Fachanwältin für Familienrecht Frau Dr. Dörr informiert Sie nachfolgend über Elternunterhalt: Rechtstipp Elternunterhalt - Wann müssen Kinder zahlen? Immer mehr ältere Menschen sind in Pflegeheimen untergebracht.  Da stellt sich die Frage: Muss ich für meine Eltern Unterhalt zahlen? Wenn ich finanziell dazu in der Lage bin: ja! Müssen   Mutter   oder   Vater   in   ein   Pflegeheim,   kommt   es   nicht   selten   vor,   dass   Rente   und Pflegeversicherung   nicht   ausreichen,   um   die   Heimkosten   zu   tragen.   Diese   Kosten   zahlt   auf Antrag   das   Sozialamt,   wendet   sich   aber   an   die   Kinder,   wobei   Auskunft   über   deren   Einkommen und   Vermögen   verlangt   werden   darf.   Im   Anschluss   erfolgt   eine   Aufforderung   an   die   Kinder Unterhalt für den Elternteil an das Sozialamt zu zahlen. Für    Kinder    ist    es    deshalb    wichtig    zu    wissen:    Was    kann    auf    mich    in    der    Zukunft    noch zukommen?   Insbesondere   da   man   nicht   nur   2   Elternteile   hat,   sondern   gegebenenfalls   auch noch 2 Schwiegerelternteile. Kann auch mein Ehepartner zur Zahlung herangezogen werden? Ja!   Zwar   dürfen   die   Sozialämter   vom   Schwiegerkind   selbst   keinen   Unterhalt   fordern.   Aber   seit 01.01.2020   gilt,   dass   ab   einem   Bruttojahreseinkommen   des   Kindes   von   mehr   als   100.000,00   für   die   konkrete   Unterhaltsberechnung   auch   das   Einkommen   des   Ehegatten   berücksichtigt werden   kann.   Hat   ein   Kind   weniger   als   100.000,00   €   Jahresbrutteinkommen   kann   es   zum Unterhalt    grundsätzlich    nicht    herangezogen    werden.    Diese    Grenze    gilt    allerdings    nicht    für Ehegatten. Wie viel Elternunterhalt muss ich bezahlen? Das   ist   zum   einen   abhängig   davon   wie   hoch   die   Kosten   für   Heim,   Medikamentenzuzahlungen, Fahrten   zum   Arzt   etc.   sind   -   oft   schon   über   3.000   €   monatlich   -   und   wie   viel   der   Elternteil   aus seinem    eigenen    Einkommen    und    Vermögen    beisteuern    kann.    Zum    anderen    ist    natürlich maßgeblich   wie   hoch   das   Einkommen   und   Vermögen   des   Kindes   ist.   Dem   Kind   verbleibt   ein Minimum,    das    nicht    angetastet    werden    darf,    der    sogenannte    Mindestselbstbehalt,    der gegebenenfalls individuell noch zu erhöhen ist. Es   wird   bei   der   Berechnung   des   Elternunterhalts   zudem   berücksichtigt,   dass   sich   die   Kinder auch   um   ihre   eigene   Altersvorsorge   kümmern   müssen   und   der   Unterhalt   für   eigene   Kinder vorrangig   ist   vor   dem   der   Eltern.   Außerdem   können   Fahrtkosten   und   bestimmte   Schulden,   z. B. für   das   selbstbewohnte   Haus,   das   Einkommen   des   Kindes   mindern.   Das   Schonvermögen   der Kinder,   d. h.   ein   gewisser   Notgroschen,   darf   nicht   für   den   Unterhalt   herangezogen   werden.   Die Familie    muss    dabei    nicht    ihren    Lebensstandard    ändern    und    ist    auch    nicht    gezwungen    ihr Familienheim zu verwerten. Bevor   man   jeden   Monat   zu   viel   zahlt,   sollte   man   solche   Schreiben   des   Sozialamts   von   einem hierauf     spezialisierten     Anwalt     überprüfen     lassen.     Gleiches     gilt,     wenn     bereits     eine Unterhaltsvereinbarung   oder   gerichtliche   Entscheidung   vorliegt   und   sich   z.   B.   das   Einkommen oder Vermögen des Kindes ändert, da dies Einfluss auf die Unterhaltshöhe haben kann. Müssen meine Geschwister auch zahlen? Ja!    Mehrere    Kinder    haften    anteilig    für    den    Elternunterhalt    und    zwar    entsprechend    der Einkommensverhältnisse.       Das       Sozialamt       muss       den       Kindern       deshalb       in       seiner Unterhaltsberechnung darlegen, wer in welcher Höhe für den Elternunterhalt haftet. Wenn ich mit meinen Eltern keinen Kontakt habe, muss ich dann auch zahlen? Ja!   Grundsätzlich   kann   zwar   der   Elternunterhalt   beschränkt   werden   oder   sogar   ganz   wegfallen. Das   ist   aber   der   Ausnahmefall.   Der   Bundesgerichtshof   hat   hierzu   kürzlich   entschieden,   dass selbst   wenn   ein   Elternteil   das   Kind   enterbt   und   den   Kontakt   seit   40   Jahren   abgebrochen   hat, keine    schwere    Verfehlung    vorliegt.    Kinder    können    aber    beispielsweise    nur    begrenzt    zu Unterhaltszahlungen   herangezogen   werden,   wenn   der   Elternteil   selbst   seine   Unterhaltspflicht gegenüber    dem    Kind    verletzt    hat.    Ich    rate    deshalb    unbedingt    dazu    alle    Unterhaltstitel aufzuheben,   auf   die   kein   Unterhalt   gezahlt   wurde,   um   sie   gegebenenfalls   später   gegenüber dem Sozialamt vorbringen zu können.
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